Intrahandel Online-Hilfe

2.1 Aktuell

Auf die im Bereich der Intrahandelsstatistik (Erfassung des innergemeinschaftlichen Warenverkehrs) für das Berichtsjahr 2021 eintretenden Änderungen wird nachfolgend hingewiesen.:

  • Die Anmeldeschwelle zur Feststellung der Auskunftspflicht je nach Verkehrsrichtung bleibt unverändert: Für die Warenversendung liegt der Wert bei 500.000 Euro und für den Wareneingang bei 800.000 Euro.

  • Die auf den Vorjahreswert aller innergemeinschaftlichen Warenbewegungen bezogene Schwelle, bis zu der kein Statistischer Wert angegeben werden muss (-nur bei Käufen/Verkäufen und bei Kommissions-/Konsignationsgeschäften-), wird für die Wareneingänge auf 48 Mill. Euro angehoben.

    Der Schwellenwert für die Warenversendungen verbleibt auf dem Wert von 50 Mill. Euro.

  • Aus Gründen der Datensicherheit und der ab Bezugszeitraum Januar 2022 verpflichtenden Angabe von Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des EU-Handelspartners und des Ursprungslandes der Ware in der Verkehrsrichtung Versendung wird eine Ablösung der Dateimeldungen im ASCII-Format zum 30.06.2021 angestrebt. Neuanträge zur Meldung in diesem Format werden daher seit 01.02.2020 nicht mehr genehmigt!

    Anmeldern, die ihre Daten derzeit im ASCII-Format übermitteln, empfehlen wir eine Umstellung auf die in der Intrahandelsstatistik zugelassenen XML-Formate DatML/RAW und INSTAT/XML. Zudem besteht die Möglichkeit die Daten im CSV-Format zu importieren. Nähere Informationen hierzu stehen Ihnen in den jeweiligen Kapiteln dieser Hilfeseiten zur Verfügung.

  • Das Vereinigte Königreich (Großbritannien) hat mit Ablauf des 31.01.2020 die Europäische Union verlassen ("Brexit") und ist demzufolge von dem Folgetag an aus EU-Sicht als Drittland zu bezeichnen. Mit Blick auf die Intrahandelsstatistik sind in der Übergangsphase bis einschließlich Berichtsmonat Dezember 2020 (Abgabetermin: bis zum 15. Januar 2021) weiterhin alle Warenbewegungen mit dem Vereinigten Königreich dem Statistischen Bundesamt zu melden.

    Für das Berichtsjahr 2021 gilt:

    Für Warenverkehre nach bzw. aus Großbritannien (d. h. Vereinigtes Königreich ohne Nordirland) müssen Zollanmeldungen mit dem Länderkürzel "GB" abgegeben werden. Da das Statistische Bundesamt diese Zolldaten zur Erstellung der Außenhandelsstatistik erhält, dürfen als Konsequenz keine weiteren (zweiten) Anmeldungen für diese Warenbewegungen im Rahmen der Intrahandelsstatistik erfolgen.

    Nordirland wird in diesem Zusammenhang so behandelt, als wäre dieser Teil weiterhin der EU angehörig. D.h. es müssen keine Zollanmeldungen erstellt werden. - Um jedoch Informationen zur Außenhandelsstatistik zu erhalten, müssen Warenverkehre mit Nordirland weiter im Rahmen der Intrahandelsstatistik unter Verwendung des Länderkürzels "XI" angemeldet werden.

    Bitte verfolgen Sie die aktuelle Berichterstattung in den Medien und informieren Sie sich in dem Internet-Auftritt des Zolls www.zoll.de und auf den Seiten des Statistischen Bundesamtes.

    Grenzüberschreitende Lieferungen zwischen Großbritannien und der EU, die vor dem 01. Januar 2021 beginnen und nach dem 31. Dezember 2020 enden, sind in der Intrahandelsstatistik unter Angabe des Bezugszeitraums Dezember 2020 zu melden, auch wenn die Waren erst im Laufe des Januars 2021 ihren Bestimmungsort erreichen.

  • Die europäischen Rechtsgrundlagen für die Außenhandelsstatistik werden derzeit neu gefasst. Insgesamt sollen die aktuellen Statistikrechtsverordnungen in einer Basis-Rahmenrechtsverordnung ("Framework Regulation Integrating Business Statistics [FRIBS]"), einem Anhang zu dieser und weiteren ausführenden Rechtsverordnungen aufgehen. Mitte des Jahres 2019 ist bereits die Basis-Rahmenrechtsverordnung von den gesetzgebenden europäischen Körperschaften verabschiedet worden.

    Die für die Außenhandelsstatistik maßgeblichen Ausführungsbestimmungen befinden sich noch in Bearbeitung und sollen zum 01.01.2022 in Kraft treten. Gleichzeitig werden die aktuellen Rechtsgrundlagen zu diesem Termin ihre Gültigkeit verlieren, sie werden bis zu diesem Zeitpunkt noch angewandt.

    Eine begleitende, derzeit in Arbeit befindliche, Neufassung des Außenhandelsstatistikgesetzes und der Außenhandelsstatistik-Durchführungsverordnung soll auf nationaler Ebene die europäischen Vorschrif-ten ergänzen bzw. abrunden.

    Die neuen Rechtsgrundlagen werden nach heutigem Kenntnisstand nach ihrem Inkrafttreten im Internet-Auftritt des Statistischen Bundesamtes eingestellt.

  • Im Vorgriff auf eine zukünftige verpflichtende Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Ust-IdNr.) des EU - Handelspartners und des Ursprungslandes der Ware in der Verkehrsrichtung Versendung können die beiden Merkmale bereits in der Online-Formularmaske, dem IDES-Programm, sowie den Datei-Formaten INSTAT/XML und DatML/RAW gemeldet werden.

    Diese Angaben sind freiwillig, d.h. die betreffenden Felder müssen nicht ausgefüllt werden und können frei bleiben. Eine freiwillige Übermittlung der neuen Merkmale dient allerdings dem Ziel, im Statistischen Bundesamt Erfahrungen mit deren Erhebung zu sammeln und eine reibungslose Einführung zu gewährleisten.

    Über die Einführung der beiden Angaben als Pflichtmerkmale werden wir zu gegebener Zeit informieren.

    Falls eine Ware in einem sogenannten innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäft von einem deutschen Unternehmen in einen anderen EU - Mitgliedstaat versandt wird, könnte die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Warenempfängers in dem Bestimmungsland dem Anmelder möglicherweise nicht bekannt sein, da die Lieferung mit einem Handelspartner in einem anderen (dritten) Mitgliedstaat abgerechnet wird. In diesem Fall sollte das Länderkürzel des Ziellandes in Verbindung mit einer fiktiven Ziffernfolge von zwölfmal der Zahl "9" angegeben werden (z.B.: "FR999999999999").

  • Wenn eine Be- oder Verarbeitung in Deutschland stattfindet und die Fertigware im Anschluss nicht wieder zum Auftraggeber in die EU zurückgeschickt wird, sondern im Inland oder ins Ausland verkauft wird, ist der Eigentümer (der Auftraggeber der Lohnveredelung) nach Kenntnis des Statistischen Bundesamtes aus umsatzsteuerrechtlicher Sicht verpflichtet, sich in Deutschland steuerlich registrieren zu lassen. Mit dieser Registrierung vollzieht er vor der Be- /Verarbeitung ein sogenanntes unternehmensinternes Verbringen der Rohware von seiner ausländischen auf seine deutsche Umsatzsteuer - Identifikationsnummer. Der nachgelagerte Verkauf der Fertigware z. B. an einen ausländischen EU - Kunden ist aus deutscher Sicht eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung. Diese umsatzsteuerrechtliche Handhabung hat zwei wesentliche Auswirkungen auf die Intrahandelsstatistik:

    Durch die umsatzsteuerrechtliche Registrierung wird das ausländische Unternehmen zu einer (deutschen) statistischen Einheit. Wenn die Statistischen Werte der ins Inland verbrachten Rohwaren bzw. die ins Ausland verkauften Fertigwaren dazu führen, dass die Warenverkehre des jeweiligen Unternehmens insgesamt die Anmeldeschwelle überschreiten, ist das ausländische Unternehmen (vom Monat des Überschreitens an) für diese Warenbewegungen auskunftspflichtig zur Intrahandelsstatistik in Deutschland. Das inländische Unternehmen, das die Be- /Verarbeitung durchführt, ist damit nicht (zusätzlich) verpflichtet, Anmeldungen zur Intrahandelsstatistik abzugeben.

    Obwohl umsatzsteuerrechtliche Buchungen getätigt werden, die auf Käufe bzw. Verkäufe hindeuten, sind bei der Anmeldung zur Intrahandelsstatistik diese grenzüberschreitenden Lieferungen als Sendungen zur bzw. nach der Be- /Verarbeitung unter den Geschäftsarten "42" bzw. "52" anzugeben.

    Diese Erläuterung gilt entsprechend für eine passive Lohnveredelung, wenn ein deutsches Unternehmen als Auftraggeber im Ausland Waren bearbeiten lässt und die Fertigwaren im Anschluss unmittelbar im Ausland weiterverkauft: Die Versendung der Ware aus Deutschland ist dann unter Angabe der Geschäftsart "42" zu erklären.

  • Das Layout der Formulare zur Online-Meldung von Warensendungen zur Intrahandelsstatistik ändert sich ab 01. März 2021. Abbildungen im Leitfaden zur Intrahandelsstatistik 2021 entsprechen bereits der neuen Darstellung. Die bekannten Funktionen, sowie hinterlegte Muster und Importfilter stehen Ihnen weiterhin zur Verfügung.

  • Eine Aufstellung der jeweiligen Warennummern für alle Kapitel kann unter dem nachfolgenden Link www.destatis.de\warenverzeichnis aufgerufen werden. Hier finden Sie außerdem eine Möglichkeit, sich eine Datei mit einer Übersicht über die Änderungen im Warenverzeichnis 2021/2022  herunterzuladen. Zudem besteht die Möglichkeit zur Online-Suche von Warennummern

  • Ebenso können Sie sich über das aktuelle, im Vergleich mit 2020 leicht abgeänderte, Länderverzeichnis für die Außenhandelsstatistik 2021 informieren.

  • Programmdownload und aktuelle Informationen zur IDES "Intrahandels-Daten-Erfassungs-Software" Version 21.0 für 2021 finden Sie im Kapitel 7 dieser Hilfeseiten.