Intrahandel Online-Hilfe

2.1 Aktuell

Auf die im Bereich der Intrahandelsstatistik (Erfassung des innergemeinschaftlichen Warenverkehrs) für das Berichtsjahr 2020 eintretenden Änderungen wird nachfolgend hingewiesen.:

  • Die Anmeldeschwelle zur Feststellung der Auskunftspflicht je nach Verkehrsrichtung bleibt unverändert: Für die Warenversendung liegt der Wert bei 500.000 Euro und für den Wareneingang bei 800.000 Euro.

  • Die auf den Vorjahreswert aller innergemeinschaftlichen Warenbewegungen bezogene Schwelle, bis zu der kein Statistischer Wert angegeben werden muss (-nur bei Käufen/Verkäufen und bei Kommissions-/Konsignationsgeschäften-), wird für die Wareneingänge auf 46 Mill. Euro angehoben. Der Schwellenwert für die Warenversendungen verbleibt auf dem Wert von 50 Mill. Euro.

  • Aus Gründen der Datensicherheit und der ab Bezugszeitraum Januar 2022 verpflichtenden Angabe von Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des EU-Handelspartners und des Ursprungslandes der Ware in der Verkehrsrichtung Versendung wird eine Ablösung der Dateimeldungen im Festformat ASCII-Fix zum 30.06.2021 angestrebt. Neuanträge zur Meldung in diesem Format werden daher ab 01.02.2020 nicht mehr genehmigt!

    Anmeldern, die ihre Daten derzeit im ASCII-Fix-Format übermitteln, empfehlen wir eine Umstellung auf die in der Intrahandelsstatistik zugelassenen XML-Formate INSTAT/XML und DatML/RAW. Zudem besteht die Möglichkeit, die Daten im flexiblen Format ASCII-CSV zu importieren.

    Nähere Informationen hierzu stehen Ihnen in den jeweiligen Kapiteln dieser Hilfeseiten zur Verfügung.

  • Im Vorgriff auf eine zukünftige verpflichtende Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des EU-Handelspartners und des Ursprungslandes der Ware in der Verkehrsrichtung Versendung können die beiden Merkmale bereits in der Online-Formularmaske, dem IDES-Programm, sowie den Datei-Formaten INSTAT/XML und DatML/RAW gemeldet werden.

    Die Angabe der beiden Merkmale ist freiwillig. Eine freiwillige Übermittlung der neuen Merkmale dient allerdings dem Ziel, im Statistischen Bundesamt Erfahrungen mit deren Erhebung zu sammeln und eine reibungslose Einführung zu gewährleisten. Über die Einführung der beiden Angaben als Pflichtmerkmale werden wir zu gegebener Zeit informieren.

    Falls eine Ware in einem sog. innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäft von einem deutschen Unternehmen in einen anderen EU-Mitgliedstaat versandt wird, könnte die UID-Nummer des Warenempfängers in dem Bestimmungsland dem Anmelder möglicherweise nicht bekannt sein, da die Lieferung mit einem Handelspartner in einem anderen (dritten) Mitgliedstaat abgerechnet wird. – In diesem Fall sollte das Länderkürzel des Ziellands in Verbindung mit einer fiktiven Ziffernfolge von neunmal der Zahl „9“ angegeben werden (z.B.: „FR999999999“).

  • Die europäischen Rechtsgrundlagen für die Außenhandelsstatistik werden derzeit neu gefasst. Insgesamt sollen die aktuellen Statistikrechtsverordnungen in einer Basis-Rahmenrechtsverordnung ("Framework Regulation Integrating Business Statistics [FRIBS]"), einem Anhang zu dieser und weiteren ausführenden Rechtsverordnungen aufgehen. Mitte des Jahres 2019 ist bereits die Basis-Rahmenrechtsverordnung von den gesetzgebenden europäischen Körperschaften verabschiedet worden.

    Die für die Außenhandelsstatistik maßgeblichen Ausführungsbestimmungen befinden sich noch in Bearbeitung und sollen zum 01.01.2022 in Kraft treten. Gleichzeitig werden die aktuellen Rechtsgrundlagen zu diesem Termin ihre Gültigkeit verlieren, sie werden bis zu diesem Zeitpunkt noch angewandt.

    Eine begleitende derzeit in Arbeit befindliche Neufassung des Außenhandelsstatistikgesetzes soll auf nationaler Ebene die europäischen Vorschriften ergänzen bzw. abrunden.

    Die neuen Rechtsgrundlagen werden nach heutigem Kenntnisstand im Internet-Auftritt des Statistischen Bundesamtes eingestellt.

  • Aufgrund einer Änderung des Mehrwertsteuerrechts ist ein ausländisches Unternehmen, das in Deutschland ein Konsignationslager (oder Auslieferungslager) unterhält, nicht mehr in jedem Fall verpflichtet, sich im Inland umsatzsteuerrechtlich registrieren zu lassen.

    Dadurch erhält der deutsche Endkunde von seinem im Ausland umsatzsteuerrechtlich registrierten Partner für die übernommene Lagerware eine mehrwertsteuerfreie Rechnung als sog. innergemein-schaftliche Lieferung, die das deutsche Unternehmen als steuerpflichtigen innergemeinschaftlichen Erwerb in der Umsatzsteuer-Voranmeldung anzugeben hat. Dies führt dazu, dass das deutsche Unternehmen den Eingang der Ware nach Deutschland zur Intrahandelsstatistik anmelden muss, sofern das Unternehmen für den Eingang grundsätzlich auskunftspflichtig ist.

    Als Bezugszeitraum ist in diesen Fällen der Zeitpunkt der grenzüberschreitenden Lieferung der Ware in das deutsche Lager und nicht der Zeitpunkt der Rechnungsstellung anzugeben.

  • Wenn eine Be- oder Verarbeitung in Deutschland stattfindet und die Fertigware im Anschluss nicht wieder zum Auftraggeber in die EU zurückgeschickt wird, sondern im Inland oder ins Ausland verkauft wird, ist der Eigentümer (der Auftraggeber der Lohnveredelung) nach Kenntnis des Statistischen Bundesamtes aus umsatzsteuerrechtlicher Sicht verpflichtet, sich in Deutschland steuerlich registrieren zu lassen. Mit dieser Registrierung vollzieht er vor der Be-/Verarbeitung ein sog. unternehmensinternes Verbringen der Rohware von seiner ausländischen auf seine deutsche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Der nachgelagerte Verkauf der Fertigware z.B. an einen ausländischen EU-Kunden ist aus deutscher Sicht eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung. Diese umsatzsteuerrechtliche Handhabung hat zwei wesentliche Auswirkungen auf die Intrahandelsstatistik:

    Durch die umsatzsteuerrechtliche Registrierung wird das ausländische Unternehmen zu einer (deutschen) statistischen Einheit. Wenn die Statistischen Werte der ins Inland verbrachten Rohwaren bzw. die ins Ausland verkauften Fertigwaren dazu führen, dass die Warenverkehre des jeweiligen Unternehmens insgesamt die Anmeldeschwelle überschreiten, ist das ausländische Unternehmen (vom Monat des Überschreitens an) für diese Warenbewegungen auskunftspflichtig zur Intrahandelsstatistik in Deutschland. - Das inländische Unternehmen, das die Be-/Verarbeitung durchführt, ist damit nicht (zusätzlich) verpflichtet, Anmeldungen zur Intrahandelsstatistik abzugeben.

    Obwohl umsatzsteuerrechtliche Buchungen getätigt werden, die auf Käufe bzw. Verkäufe hindeuten, sind bei der Anmeldung zur Intrahandelsstatistik diese grenzüberschreitenden Lieferungen als Sendungen zur bzw. nach der Be-/Verarbeitung unter den Geschäftsarten "42" bzw. "52" anzugeben.

    Diese Erläuterung gilt entsprechend für eine passive Lohnveredelung, wenn ein deutsches Unternehmen als Auftraggeber im Ausland Waren bearbeiten lässt und die Fertigwaren im Anschluss unmittelbar im Ausland weiterverkauft: Die Versendung der Ware aus Deutschland ist dann unter Angabe der Geschäftsart "42" zu erklären.

  • Brexit

    Mit Ablauf des 31.01.2020 hat das Vereinigte Königreich die EU verlassen.

    Nach aktuellem Sachstand müssen in der Übergangsphase bis einschließlich Berichtsmonat Dezember 2020 (Abgabetermin: bis zum 15. Januar 2021) weiterhin alle Warenbewegungen mit dem Vereinigten Königreich zur Intrahandelsstatistik angemeldet werden. Sobald im Statistischen Bundesamt andere Informationen vorliegen, werden wir Sie an dieser Stelle darüber informieren.

    Eine doppelte Meldung über das IT-Zollsystem ATLAS sollte nicht erfolgen.

    Weitere Informationen zur zollrechtlichen Entwicklung können von heute an auf den Internetseiten der Zollverwaltungen nachgelesen werden: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/Brexit/brexit.html

    Zurzeit trifft die Zollverwaltung folgende Aussage:

    "Das Austrittsabkommen (Anm.: Dieses wurde inzwischen vom Parlament des Vereinigten Königreichs und dem Europäischen Parlament gebilligt.) sieht eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 vor, in der es aus zollrechtlicher Sicht zu keinen Änderungen kommt."

    Vergewissern Sie sich zu Ihrer Sicherheit stets auf der o.g. Internetseite bzw. bei Ihrem Zollamt, ob sich ein neuer Sachstand ergeben haben könnte.

  • Werden Waren zur Belieferung von Schiffen oder Flugzeugen ("Schiffs- und Luftfahrzeugsbedarf") an einen anderen EU-Mitgliedstaat grenzüberschreitend geliefert und im sog. zweistufigen Ausfuhr-verfahren über das IT-Zollverfahren ATLAS dem deutschen Zoll gegenüber angemeldet, werden diese Daten als Anmeldung zur Außenhandelsstatistik vom Statistischen Bundesamt aufbereitet. - Eine zusätzliche (separate) Meldung zur Intrahandelsstatistik ist nicht erforderlich.

  • Die aktuelle Internet-Fassung des Leitfadens 2020 zur Intrahandelsstatistik (vormals: Merkblatt zur Intrahandelsstatistik) kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

  • Eine Aufstellung der jeweiligen Warennummern für alle Kapitel kann unter dem nachfolgenden Link www.destatis.de\warenverzeichnis aufgerufen werden. Hier finden Sie außerdem eine Möglichkeit, sich eine Datei mit einer Übersicht über die Änderungen im Warenverzeichnis 2019/2020  herunter zu laden.

  • Ebenso können Sie sich hier  über das aktuelle Länderverzeichnis für die Außenhandelsstatistik informieren.

  • Alle Hinweise finden Sie im Dokument Intrahandelsstatistik Neuerungen 2020

  • Programmdownload und aktuelle Informationen zur IDES "Intrahandels-Daten-Erfassungs-Software" Version 20.0 für 2020 finden Sie im Kapitel 7