Intrahandel Online-Hilfe

9.2 Fragen zur Auskunftspflicht im Intrahandel

Muss ich (als kleines Unternehmen, als Privatperson) meinen Handel mit anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Intrahandel) melden?

Privatpersonen: Nein, Privatpersonen sind in der Regel von der Auskunftspflicht befreit.

Unternehmen: Die Meldepflicht ist nicht von der Unternehmensgröße abhängig, sondern von der Summe der Außenhandelsumsätze: Von der Meldepflicht im Intrahandel für die jeweilige Verkehrsrichtung (Versendung beziehungsweise Eingang) sind in Deutschland umsatzsteuerpflichtige Unternehmen befreit, deren Versendungen in beziehungsweise Eingänge aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union die aktuelle Meldeschwelle, im Vorjahr nicht überschritten haben. Wird die vorgenannte Wertgrenze erst im laufenden Kalenderjahr überschritten, so beginnt die Meldepflicht mit dem Monat, in dem die Schwelle überschritten wurde, das heißt für diesen Monat ist die erste statistische Meldung für die jeweilige Verkehrsrichtung abzugeben. Die Auskunftspflicht erstreckt sich auch auf unentgeltliche Versendungen und Eingänge sowie innergemeinschaftliche Lohnveredelungsverkehre.

 

 

Wie lange, wie oft und wann muss ich meine Daten melden?

Die Daten müssen so lange gemeldet werden, wie Ihre Einfuhren aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder Ihre Ausfuhren in Mitgliedstaaten der Europäischen Union, pro Jahr die aktuelle Meldeschwelle, übersteigen. Die Meldungen sind monatlich bis spätestens zum 10. Arbeitstag des folgenden Monats an das Statistische Bundesamt zu liefern. Eine Fristverlängerung über den 10. Arbeitstag hinaus ist nicht möglich. Die Meldungen können aber auch als Teilmeldungen mehrmals monatlich übermittelt werden.

 

 

Habe ich eine Möglichkeit, von der Auskunftspflicht befreit zu werden?

Nein, diese Möglichkeit besteht nicht.

 

 

Gleichen Sie meine Meldungen zur Intrahandelsstatistik mit anderen Daten ab?

Ja, die Meldungen werden mit den Daten aus der Umsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA), im speziellen mit den Angaben zu den innergemeinschaftlichen Erwerben und den innergemeinschaftlichen Lieferungen, abgeglichen. Eine Rücklieferung von Statistikdaten an die Finanzverwaltung erfolgt nicht.

 

 

Benötige ich eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?

Für Zwecke der Statistik wird die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) noch nicht benötigt. Sie wird vom Bundeszentralamt für Steuern an die deutschen Unternehmer auf Antrag vergeben. Wer sie besitzt, kann steuerfrei in einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union liefern, wenn auch der Erwerber eine gültige USt-IdNr. besitzt. Unternehmer können sich deshalb beim Bundeszentralamt für Steuern USt-IdNr. ausländischer Unternehmer bestätigen lassen. Umgekehrt können sich ausländische Unternehmer bei ihrer zentralen Behörde deutsche USt-IdNrn. bestätigen lassen.

Im Vorgriff auf eine zukünftige verpflichtende Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des EU-Handelspartners und des Ursprungslandes der Ware in der Verkehrsrichtung Versendung werden in der online-Formularmaske und in dem kostenlos vom Statistischen Bundesamt bereitgestellten Erfassungsprogramm IDES entsprechende Felder ab Januar 2017 neu eingeführt. Diese Angaben sind freiwillig, das heißt die betreffenden Felder müssen nicht ausgefüllt werden und können frei bleiben. Eine freiwillige Übermittlung der neuen Merkmale dient allerdings dem Ziel, im Statistischen Bundesamt Erfahrungen mit deren Erhebung zu sammeln und eine reibungslose Einführung zu gewährleisten. Über die Einführung der beiden Angaben als Pflichtmerkmale werden wir zu gegebener Zeit informieren.

Die Vergabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) erfolgt durch das Bundeszentralamt für Steuern in Saarlouis.

 

 

Können Sie bitte eine mir vorliegende Umsatzsteuer-Identifikationsnummer prüfen?

Nein, die Prüfung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) erfolgt durch das  Bundeszentralamt für Steuern in Saarlouis.

 

 

Müssen Veredelungsgeschäfte gemeldet werden?

Ja, wenn Ihr Unternehmen der allgemeinen Anmeldepflicht in der jeweiligen Richtung unterliegt, siehe den Leitfaden zur Intrahandelsstatistik Kapitel 1.2.

 

 

Wenn vor einer Warenlieferungen schon eine Anzahlung getätigt wurde, was und wann ist hier zu melden?

Diese Anzahlungen sind nicht anzumelden. Es muss erst gemeldet werden, wenn die Lieferungen komplett grenzüberschreitend erfolgt ist (nach der letzten Teilsendung). Weitere Informationen finden Sie in dem Leitfaden zur Intrahandelsstatistik im Kapitel 6.

 

 

Wenn eine Ware in einen Mitgliedstaat der Europäischen Union geht, die Rechnungen aber an eine Stelle in einem Nicht-Mitgliedstaat der Europäischen Union, wer muss dann was melden?

Warenverkehre mit einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union sind anzumelden. Der Rechnungsempfänger spielt hierbei keine Rolle, sondern es zählt die grenzüberschreitende Warenbewegung.